Episode 6 – Staatsarchiv Hamburg

Staatsarchiv Hamburg
Episode 6 | Mai 11, 2022 | mit Thomas
In der sechsten Folge möchten wir einen Überblick über die Möglichkeiten zur Erforschung der Zwangsarbeit in Hamburg geben. Ein wichtiger Ort, an dem man mehr über einzelne Orte und Firmen erfahren kann, ist das Staatsarchiv in Hamburg-Wandsbek in der Kattunbleiche 19.
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Erster Anlaufpunkt, um mehr über die Verortung von Zwangsarbeit, auch der Italienischen Militärinternierten, zu erfahren, ist eine Karte (www.zwangsarbeit-in-hamburg.de), auf der die bekannten Lagerstandorte zu finden sind und auf der man auch Quellenangaben findet. Was verbirgt sich hinter den Quellenangaben, wie ist der Forschungsstand generell und wo lohnen sich weitere Recherchen? Und wie ist die Geschichte von Zwangsarbeit in Hamburg aufgearbeitet, braucht es ein Dokumentationszentrum Zwangsarbeit in Hamburg?

Ich habe dazu Friederike Littmann befragt, die mit dem Buch „Ausländische Zwangsarbeiter in der Hamburger Kriegswirtschaft“ schon 2006 ein Standardwerk veröffentlicht hat und die ihre Unterlagen zur Verfügung stellte, damit die interaktive Karte der Hamburger Zwangsarbeitslager erstellt werden konnte. Friederike Littmann ist damit die Expertin zum Thema.

Das Interview wurde per Zoom geführt, weil Friederike Littmann nicht mehr in Hamburg, sondern im Ausland lebt. Ich habe einige Zeit mit Friederike Littmann an der Umsetzung der Karte „Zwangsarbeit in Hamburg“ gearbeitet, darauf spielt Friederike Littmann im Gespräch an. Friederike Littmann ist erfreut über die über ihre Forschungen hinausgehenden neueren Forschungsergebnisse und die Bemühungen, die Verschleppung der IMI in Hamburg bekannter zu machen.

Bild: Alexander Svensson, CC BY-SA 4.0

Episode 5 – KZ Neuengamme

KZ Neuengamme
Episode 5 | Feb 25, 2022 | mit Lucy und Lisa
In der fünften Folge unseres Podcasts geht es um italienische Häftlinge im KZ Neuengamme. 1938 als Außenlager des KZ Sachsenhausen erbaut, war Neuengamme ab 1940 ein selbstständiges Konzentrationslager.
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Insgesamt waren hier ca. 100.0000 Menschen inhaftiert, unter ihnen 1.1000 Männer und 100 Frauen aus Italien. Italienische Militärangehörige waren zwar normalerweise in Zwangsarbeitslagern der Kontrolle der Wehrmacht unterstellt. Im ganzen deutschen Reich wurden jedoch mehrere tausend italienische Militärangehörige in Konzentrationslager und damit in die Kontrolle der SS überstellt, wo die Lebensbedingungen weitaus schlechter waren.

In das Thema führen wir zusammen mit Susanne Wald ein, die in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme arbeitet und sich dort insbesondere mit der Geschichte der Italiener_innen im KZ beschäftigt. Sie ist Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Neuengamme. Außerdem engagiert sie sich in der Projektgruppe italienische Militärinternierte in Hamburg 1943-45. Demnächst veröffentlicht sie gemeinsam mit Enrico Iozelli ein deutsch-italienisches Buch mit den Biografien von zehn italienischen Militärinternierten: “Abbiamo detto ‘No’. Dieci internati militari italiani nei campi nazisti 1943-1945/Wir haben ‘Nein’ gesagt. Zehn italienische Militärinternierte in den nationalsozialistischen Lagern 1943-1945”.

Episode 4 – Schilleroper

Schilleroper

Episode 4 | Jan 19, 2022 | mit Thomas und Jon

In der vierten Folge haben wir uns mit Martin und Gunhildt aus dem St. Pauli-Archiv über verschiedene Hinweise unterhalten, die es zu IMI in St. Pauli gibt. Die Schilleroper, deren Ruine trotz Denkmalschutz derzeit stark bedroht ist, spielte auch als Lager für italienische Militärinternierte eine Rolle.

Episode 3 – Lagerhaus G

Lagerhaus G

Episode 3 | Nov 30, 2021 | mit Jonas und Lucy

In dieser Folge erzählen wir von der Geschichte des Lagerhaus G am Dessauer Ufer. Das Gebäude wurde ab 1943 zur Unterbringung von bis zu 5.000 italienischen Militärinternierten genutzt und war damit das größte IMI-Lager im Hamburger Stadtgebiet.

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Zudem wurde das Gebäude ab 1944 zusätzlich von der SS als Außenlager des KZ Neuengamme genutzt. Von Juli bis September 1944 waren dort 1.500 weibliche jüdische KZ-Häftlinge untergebracht. Danach – von Oktober 1944 bis April 1945 – diente das Lagerhaus G als Außenlager für männliche KZ-Häftlinge. Manche der inhaftierten Frauen konnten Kontakt zu den italienischen Militärinternierten aufnehmen und haben später davon berichtet. Einige dieser Quellen stellen wir im Podcast vor.

Episode 2 – Kontorhausviertel mit Holger Artus

Kontorhausviertel mit Holger Artus

Episode 2 | Okt 12, 2021 | mit Jonas und Lisa

In unserer zweiten Episode stellen wir euch drei Gebäude im Hamburger Kontorhausviertel vor, in denen ab Dezember 1943 tausende Zwangsarbeiter_innen in Lagern untergebracht waren: den Klostertorhof (heutige Burchardstraße 1), das Vereinsbank-Haus (ehemalige Marschländerstraße 11) und das Heinrich-Bauer-Haus (heutige Burchardstraße 11).

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Mitten in Hamburg waren die italienischen Militärinternierten und anderen Zwangsarbeiter_innen für die Bevölkerung weithin sichtbar, denn das Kontorhausviertel liegt sehr zentral mitten in der Hamburger Altstadt. Über Hamburg hinaus ist das Viertel heute bekannt für seine markante Architektur, die sich durch bis zu zehn Stockwerke hohe Kontorhäuser auszeichnet. Seit 2015 gehört der größte Teil des Kontorhausviertel rund um den Burchardplatz zusammen mit der benachbarten Hamburger Speicherstadt zum UNESCO Weltkulturerbe.

Im Podcast begleitet uns Holger Artus, der sich seit mehreren Jahren im Rahmen der Initiative „Kein Vergessen im Kontorhausviertel“ mit dem Thema NS-Zwangsarbeit beschäftigt und sich für Gedenken vor Ort engagiert. Besonders eingesetzt hat er sich für die Verlegung mehrerer Stolpersteine beziehungsweise einer sogenannten Stolperschwelle am Heinrich-Bauer-Haus, die an die italienischen Militärinternierten erinnert.

Kundgebung am 08.09.2020 zur Erinnerung an die italienischen Militärinternierten im KontorhausviertelKundgebung am 08.09.2020 zur Erinnerung an die italienischen Militärinternierten im Kontorhausviertel
© Initiative Dessauer Ufer

Temporärer Gedenkort bei der Kundgebung am 08.09.2020Temporärer Gedenkort bei der Kundgebung am 08.09.2020
© Initiative Dessauer Ufer

Stolperschwelle am Heinrich-Bauer-Haus (Burchardstr. 11)Stolperschwelle am Heinrich-Bauer-Haus (Burchardstr. 11)
© Holger Artus

Stolperschwelle am Heinrich-Bauer-Haus (Burchardstr. 11)Stolperschwelle am Heinrich-Bauer-Haus (Burchardstr. 11)
© Holger Artus

Holger ArtusHolger Artus
© Holger Artus

Episode 1 – Intro und Friedhof Öjendorf

Intro und Friedhof Öjendorf

Episode 1 | Sep 8, 2021 | mit Lucy und Lisa

Am 8. September 1943, vor 78 Jahren, wurde der Waffenstillstand zwischen Italien und den Alliierten verkündet. Wen die Nationalsozialisten als italienische Militärinternierte (IMI) bezeichneten, was der 8. September 1943 mit ihrer Geschichte zu tun hat und woher der Name unseres Podcasts kommt, erklären wir in der ersten Folge.

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Außerdem stellen wir das italienische Ehrenmal auf dem Friedhof Öjendorf (Foto) vor. Dort befindet sich eine von bundesweit vier italienischen Kriegsgräberstätten. Ungefähr 5.800 Italiener_innen, die zwischen 1943 und 1945 in Norddeutschland als Zwangsarbeiter_innen, KZ-Häftlinge, Militär- oder Zivilinternierte umgekommen sind, liegen hier begraben.